Ich arbeitet in einem Büro, das etwas außerhalb der Stadt in einen Steinbruch hinein gebaut war. Ich hatte das Gefühl von größter Wertschätzung bei gleichzeitiger menschenverachtender Überwachung: die Arbeitsplätze waren in Terrassen übereinander angeordnet und man konnte jederzeit den Leuten der weitere unten liegenden Terrasse auf den Schreibtisch und den Bildschirm gucken. Zwischen den Terrassen verliefen Laufwege, auf denen die Vorarbeiter patrouillierten. Über uns waren nur stellenweise im Wind flatternde Zeltbahnen gespannt, die den Küchenbereich markierten oder die Toiletten. Die Sonne schien immer und ich fing hier ein Verhältnis mit der Büroleiterin an.
An einem Tag kam ich zur Arbeit und fand das gesamte Freiluftbüro in eine riesige Baustelle verwandelt. Die Leute liefen mit ihren Laptops hin und her und wussten nicht mehr, wohin sie sich zur Arbeit setzen konnten. Über der Grube thronte ein riesiger Kran, der immer wieder große Brocken Erde herausriss: Unter dem Führerhäuschen war eine durchsichtige Kuppel angebracht, von der aus man die gesamte Grube übersehen konnte. Der Kran fuhr auf Schienen am Rande der Grube entlang und unter ihm sauste die Kuppel wie ein Weberschiffchen zwischen den Gesteinsbrocken entlang. Die Baustelle verwandelte das ganze Büro in ein Provisorium: Ich suchte mit meinem Laptop unter dem Arm nach einer Stelle, wo ich mich setzen konnte, aber ich verlegte den Laptop bald, als ich nach den Toiletten suchte. Es gab die Toilettenhäuschen nicht mehr, für die Männer gab es nur noch ein flaches Becken, um das beinah permanent unglaublich viele Männer zum Pinkeln versammelt waren – als ich mich bis nach vorne durchgedrängelt hatte, bespritzte ich andere und andere bespritzen mich, bis meine Hose ganz feucht war.
Ich benutzte das Chaos auf der Baustelle dazu, der Büroleiterin aus dem Weg zu gehen. Später traf ich sie im Büro des Chefs, auf dem Boden seines Büros lag ein weißer Flokati und er hatte eine eckige weiße Ledercouch und an der weißen Wand hingen runde Bilder, die nichts außer Weiß zeigten. „Ich bin sehr von deiner Arbeit überzeugt. Es ist sehr wichtig, dass wir fertig werden. Es ist sehr wichtig, dass du arbeitest und […] berichtete mir, dass du heute nicht gearbeitet hast.“ Ich zog mich dann mit der Büroleiterin zurück und versprach ihr, dass wir uns nach dem Essen wieder in der Nähe der Kantine treffen würden. Wir trafen uns gleich nach dem Essen und verschwanden aus den Büros und ich arbeitete den ganzen Nachmittag über nicht mehr und ich wusste, dass sie mich wieder beim Chef anschwärzen würde.
