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	<title>Notizen vom Rand der Couch</title>
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		<title>Morgens</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 20:58:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er erwachte morgens mit einem flachen, silbrig glänzenden Gegenstand der aus seiner Seite, eine Hand breit unterhalb des rechten unteren Rippenbogens einige Zentimeter herausragte. Er verspürte keinerlei Schmerzen. Die Ränder, an denen der Gegenstand in sein Fleisch eingedrungen waren, waren auch in keiner Weise blutig oder entzündet, statt dessen schien seine Haut glatt und weich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er erwachte morgens mit einem flachen, silbrig glänzenden Gegenstand der aus seiner Seite, eine Hand breit unterhalb des rechten unteren Rippenbogens einige Zentimeter herausragte. Er verspürte keinerlei Schmerzen. Die Ränder, an denen der Gegenstand in sein Fleisch eingedrungen waren, waren auch in keiner Weise blutig oder entzündet, statt dessen schien seine Haut glatt und weich und beinah ohne Übergang in diesen Gegenstand überzugehen. Er konnte sich nicht erklären, wie dieser Gegenstand an diese Stelle und an ihn oder in ihn herein geraten konnte. Er erwog einen Moment lang, einen Arzt deswegen aufzusuchen, verschob diesen Gedanken allerdings auf den nächsten Tag, als er in seinen Kalender sah und dort einige wichtige geschäftlich Besprechungen entdeckte, die seiner Anwesenheit unbedingt bedurfte. So gut es eben ging zog er ein Hemd und einen Sacko über diesen Gegenstand an und als er sich im Spiegel betrachtete, so sah man kaum mehr als eine leichte Ausbuchtung an seiner rechten Seite, die beinah gar nicht sichtbar war, wenn er den Arm leicht hob und die Handfläche nach außen drehte, so als wollte er einem wichtigen Punkt hinweisen, der offenbar auf der Hand lag, wenn er auch nicht für alle sichtbar war. Er nahm seine Aktentasche und einen leichten Sommermantel, den er sich über den Arm legte, da die Sonne zwar zaghaft und unbeständig schien, jedoch für einen Moment eine ungewohnte, frühlingshafte Wärme verbreitete. So gewappnet verließ er das Haus, um ins Büro zu fahren.</p>
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		<title>Verlorene Zeit</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 19:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nur meine In-die-Laken-Versunkenheit nimmt Proustsche Züge an&#8230;.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur meine In-die-Laken-Versunkenheit nimmt Proustsche Züge an&#8230;.</p>
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		<title>Das Offensichtliche</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 18:44:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Woher hab ich das bloß: &#8220;All we ever know is the obvious&#8221;. Geht mir nicht aus dem Kopf, ist aus irgend einem Song. Hab&#8217;s im Ohr, komm nicht drauf. Passt heute irgendwie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Woher hab ich das bloß: &#8220;All we ever know is the obvious&#8221;. Geht mir nicht aus dem Kopf, ist aus irgend einem Song. Hab&#8217;s im Ohr, komm nicht drauf. Passt heute irgendwie.</p>
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		<title>Das Ding im Schrank</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 07:23:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeder wusste von dem Ding im Schrank. Oder vermutete irgendwas. Oder hatte es auf dem Gang irgendwo von irgendwem gehört. Niemand wusste irgendwas genaues, deswegen redete niemand darüber. Gespräche verstummten, wenn jemand dazu kam, nur hinter vorgehaltener Hand spekulierten einige darüber, was in dem Schrank steckte. „Was sollen wir denn tun? Der Chef weiß sicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder wusste von dem Ding im Schrank. Oder vermutete irgendwas. Oder hatte es auf dem Gang irgendwo von irgendwem gehört. Niemand wusste irgendwas genaues, deswegen redete niemand darüber. Gespräche verstummten, wenn jemand dazu kam, nur hinter vorgehaltener Hand spekulierten einige darüber, was in dem Schrank steckte.</p>

<p>„Was sollen wir denn tun? Der Chef weiß sicher von dem Ding im Schrank. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nicht davon weiß. Ich kann da nicht einfach rein marschieren und irgendwas von einem Ding im Schrank erzählen. Das bringt doch nichts.“ Letzten Freitag holte sich das Ding im Schrank Seligman aus der Rechtsabteilung. Montags kam Seligman nicht zur Arbeit. Es wurde nicht viel geredet, aber alle wussten, dass ihn das Ding geholt hatte. Mittwoch war er schon ersetzt durch einen Typen namens Manichel, groß, still, teigiges Gesicht mit kleinen Augen, sprach nicht viel, hielt sich abseits, donnerstags war Seligman bereits vergessen und niemand redete drüber, weil jeder Angst hatte, dass das Ding ihn als nächstes holen würde.</p>

<ul>
<li>Ich habe das Ding gesehen.</li>
<li>Nein, wann? Niemand hat das Ding bis jetzt gesehen. </li>
<li>Gestern abend. </li>
<li>Nicht wahr. </li>
<li>Wenn ich es Dir sage. Ich war noch länger im Büro, du weisst, der Zuckertort-Bericht, der Chef grillt mich, wenn der Bericht nicht bis zum Ende der Woche auf seinem Schreibtisch liegt. Ich saß also noch über den Zahlen des vierten Quartals, die Berichte aus S. sind wenig aussagekräftig, beinah jede Zahl muss ich nachkontrollieren, ich weiß nicht, wie ich das alles noch schaffen soll…</li>
<li>Das Ding?</li>
<li>Ich saß also im Büro, es war spät, ging auf die neun zu, da hörte ich ein Schlurfen auf dem Gang. </li>
<li>Schlurfen? Kann jeder gewesen sein, die Putzfrau? Die sind auch bis spät abends noch unterwegs. </li>
<li>Neinnein, ein Schlurfen, dann schlug eine Tür, ich glaube es war das Büro von Steinitz nebenan aus der Rechtsabteilung, dann hörte ich einen Wortwechsel,  man hört ja beinah jedes Wort durch die Wände, schauderhaft, ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen seit wir vor zwei Jahren umgezogen sind und man das Gemurmel aus allen Büros hört, ich weiß nicht, wie man bei so was arbeiten soll. </li>
<li>Und?</li>
<li>Und dann ein Geräusch, als wäre etwas zu Boden gefallen und dumpfe Geräusche wie von Schlägen. Ich ging auf den Gang raus, um Nachzuschauen, was da los ist. Das Licht war aus, der Bewegungsmelder funktionierte mal wieder nicht, es war dunkel bis auf das Leuchten des Schildes für den Notausgang. Dann kam es aus Zuckertorts Büro raus. </li>
<li>Was?</li>
<li>Das Ding aus dem Schrank.</li>
<li>Woher willst du wissen, das es das Ding aus dem Schrank war? Es war dunkel, könnte irgendwer gewesen sein, vielleicht die Lasker aus der Buchhaltung, die hab’ ich schon öfter mit Steinitz gesehen, man munkelt sogar, die haben was miteinander. Vielleicht haben sie sich gestritten. </li>
<li>Ich weiß, was ich gesehen habe. Es war groß. </li>
<li>Und dann? </li>
<li>Es schlich durch den Gang, hin zu den Konstruktionsbüros, hinter sich schleifte es Steinitz am Kragen, er sah bleich aus aber ich glaube, er atmete noch. Dann verschwand es in dem Büro von Tarrasch, die Tür ging zu und alles war still. </li>
<li>Nicht wahr! </li>
<li>Wenn ich es dir sage. Ich habe das Ding gesehen und es hat Steinitz geholt. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. </li>
<li>Und dann?</li>
<li>Ich bin in mein Büro zurück. Ich hatte eine Scheißangst. Ich hatte Angst, dass es mich auch gesehen hatte, aber es hatte sich nicht umgedreht, es war nicht mal besonders vorsichtig, es schien ihm überhaupt nichts auszumachen, wenn ihn irgendjemand sehen konnte, wie er Steinitz holte. </li>
<li>Ich glaub’s nicht. Steinitz! </li>
<li>Und Steinitz war heute morgen nicht in der Kantine. Er sitzt morgens immer in der Kantine und liest Zeitung, es ist egal wann man morgens in die Kantine kommt, er sitzt da und liest Zeitung und trinkt in aller Seelenruhe seinen Kaffee und heute morgen war er nicht da. </li>
<li>Weil das Ding ihn geholt hat. </li>
<li>Wenn ich’s dir sage. Ich hab’ es gesehen. </li>
</ul>

<p>Ich glaubte ihr kein Wort. Sie erfand gerne solche Sachen, um sich wichtig zu machen. Immer erzählte sie von den Projekten aus S. oder aus T., als wüsste sie über diese Projekte etwas, was man uns anderen verheimlichen will. Sie machte ein bedenkliches Gesicht und schilderte ausschweifend, dass S. Lieferschwierigkeiten hatte, die das Projekt zum Stillstand bringen würden und letztendlich, so sagte sie, wäre das Projekt unvermeidlich zum Scheitern verurteilt.</p>
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		<title>Wir Anti-Demokraten</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 07:14:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Seminaristenfreizeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Natur von uns Anti-Demokraten ist optimistisch. Es ist die Vorstellung, dass es nur einige Schrauben sind, an denen man drehen muss, damit die Welt eine schönere Kurve fliegt. Wir denken, wir müssen den Hebel finden, der lang genug ist und die Stelle, an der wir ihn ansetzen müssen, um die Welt aus ihren Angeln [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Natur von uns Anti-Demokraten ist optimistisch. Es ist die Vorstellung, dass es nur einige Schrauben sind, an denen man drehen muss, damit die Welt eine schönere Kurve fliegt. Wir denken, wir müssen den Hebel finden, der lang genug ist und die Stelle, an der wir ihn ansetzen müssen, um die Welt aus ihren Angeln zu heben. Das Wesen des Demokraten ist stoisch. Sein liebster Satz: So ist es. Unsere Politiker sind so, wie wir sie verdienen und die unerträgliche Langsamkeit der Dinge ist der typische schleppende, taumelnde Gang den die Welt durch die Geschichte nimmt. Uns macht die Historie müde, der Demokrat hat kein Problem den 5000 Seiten des punischen Krieges zu folgen. Tyrannei ist optimistisch und gestaltend, Demokratie ist Pessimismus und Resignation.</p>

<p>„Wir leben in der besten aller möglichen Welten. Finden sie sich mit diesem Urteil ab.“ Er mochte Filme über Leute, die in der Zeit reisen und eine Winzigkeit ändern, um den Gang der Geschichte zu ihren Gunsten zu beeinflussen und damit eine Kettenreaktion in Gang setzen, an deren Ende die Katastrophe oder die Rettung der Welt steht. Die Demokratie ersetzt die Katastrophe durch den langsamen Niedergang. Sie versucht, den Aufprall abzubremsen, den sie nicht verhindern kann. Statt Terror für viele, Mord und Totschlag für einige, Einschüchterung, Duckmäusertum und Mitläuferei für die meisten, bringt sie Unzufriedenheit für alle. Die Summe aller Schrecken bleibt gleich, das Unheil verteilt sich nur anders im Raum. Eine in jedem Sinne abgekühlte Form des Zusammenlebens.</p>
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		<title>Die Heimat</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 07:12:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hang gewählter Regierungsvertreter, an den Bedingungen zu verzweifeln, unter denen Sie an die Macht gelangt sind. Natürlich ist das Volk der Tribun, aber man muss es gängeln zu seinem Besten, wie man kleine Kinder gängelt. Die Vernunft ist dem Gesetz der großen Zahl nicht gewachsen… Man kann sich da sehr schön darüber aufregen, dass Macht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hang gewählter Regierungsvertreter, an den Bedingungen zu verzweifeln, unter denen Sie an die Macht gelangt sind. Natürlich ist das Volk der Tribun, aber man muss es gängeln zu seinem Besten, wie man kleine Kinder gängelt. Die Vernunft ist dem Gesetz der großen Zahl nicht gewachsen…</p>

<p>Man kann sich da sehr schön darüber aufregen, dass Macht und diejenigen, die ermächtigen voneinander entkoppelt sind &#8211; und kann hier auch sehr schön moralisch werden (oder resignativ und wie mein Vater mit den Schultern zucken und sagen, die da oben machen ja sowieso, was sie wollen…) aber man muss zumindest in vielen westlichen Ländern von einer funktionierenden Demokratie reden. Es ist kein Fehler im System, es ist das System. So ist es. Die Leute(?!) wählen nicht vernünftig (vernünftig im Sinne der Spieltheorie, das ist, was von der Vernunft noch übrig ist?) &#8211; sie wählen nicht das, was gut für sie ist. Und das weiß auch jeder und man kann hier im Sinne der Aufklärung noch viel Papier oder Bytes verbraten, aber man wird daran mit Worten nicht viel ändern können, dass die Gesetze der Demokratie nicht rational (spieltheoretisch?) sind. Das ist alles gut gemeint, aber nicht hilfreich.  Und ich bin selber ein Exempel dafür: Ich gehe mehrmals am Tag auf die Nachdenkseiten.de, aber es ist nach einer Weile nicht mehr so, dass man sich informieren will. Man will Heimat finden, Anschluss und Bestätigung: Man will lesen, wie sehr man über die Welt im Recht ist und diese Lust am Recht haben ist umso größer, desto marginaler diese Ansichten sind. Es ist die Lust am elitären Wissen, und das dieses Wissen nicht in reale politische Aktion umgesetzt wird, erhöht die Lust noch. Es ist diesem Typus Menschen eingeschrieben, wenig Einfluss auf die Welt nehmen zu können.</p>

<p>Dafür braucht es andere Typen, deren Lust am Wissen weniger ausgeprägt ist, die weniger entgrenzt sind: Es ist eine pervertierte Form buddhistischer Regeln, nach denen man die Welt nicht ändern kann, nur sich selbst: Ausgeprägte Machtpolitiker sind erfolgreich, weil sie ihre Wünsche auf den innersten Zirkel des eigenen Vorteils  begrenzen können. (Du kannst die Welt nicht ändern, aber deinen eigenen Garten bestellen)</p>
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		<title>Na, du grüne Wurscht?!</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 07:08:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ursache des Erfolgs der Grünen: ihre Konzeptlosigkeit macht sie wählbar. Sie sind im wesentlichen eine Wohlfühlpartei mit einem eher diffusen Weltbild, dass sich darauf beschränkt, dass es besser ist keine Atomkraft zu haben als Atomkraft und die Klimakatastrophe irgendwie nicht schön. Das allein ist noch kein Philosophie, aber genau das macht sie attraktiv. Wir misstrauen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ursache des Erfolgs der Grünen: ihre Konzeptlosigkeit macht sie wählbar. Sie sind im wesentlichen eine Wohlfühlpartei mit einem eher diffusen Weltbild, dass sich darauf beschränkt, dass es besser ist keine Atomkraft zu haben als Atomkraft und die Klimakatastrophe irgendwie nicht schön. Das allein ist noch kein Philosophie, aber genau das macht sie attraktiv. Wir misstrauen allen, die ein Weltbild haben, weil wir wissen, dass man kein Bild von der Welt, wie sie sein soll, haben kann. Die Grünen entsprechen unserer Haltung des Durchwurschtelns mit halbwegs intaktem Gewissen.</p>
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		<title>Things to come</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 11:32:33 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[In der Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[brecht]]></category>
		<category><![CDATA[krise]]></category>

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		<description><![CDATA[Meiner Meinung nach, es ist die Meinung eines ernsthaft arbeitenden Geschäftsmannes, haben wir nicht die richtigen Leute an der Spitze des Staates. Sie gehören alle irgendwelchen Parteien an und Parteien sind selbstsüchtig. Ihr Standpunkt ist einseitig. Wir brauchen Männer, die über den Parteien stehen, so wie wir Geschäftsleute. Wir verkaufen unsere Waren an Arm und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>Meiner Meinung nach, es ist die Meinung eines ernsthaft arbeitenden Geschäftsmannes, haben wir nicht die richtigen Leute an der Spitze des Staates. Sie gehören alle irgendwelchen Parteien an und Parteien sind selbstsüchtig. Ihr Standpunkt ist einseitig. Wir brauchen Männer, die über den Parteien stehen, so wie wir Geschäftsleute. Wir verkaufen unsere Waren an Arm und Reich. Wir verkaufen Jedem ohne Ansehen der Person einen Zentner Kartoffeln, installieren ihm eine Lichtleitung, streichen ihm sein Haus an. Die Leitung des Staates ist eine moralische Aufgabe. Es muss erreicht werden, dass die Unternehmer gute Unternehmer, die Angestellten gute Angestellte, kurz: Die Reichen gute Reiche und die Armen gute Arme sind. Ich bin überzeugt, dass die Zeit einer solchen Staatsführung kommen wird. Sie wird mich zu ihren Anhängern zählen.</blockquote>

<p>Macheath, Dreigroschenroman, Bertolt Brecht, 1934</p>
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		<title>Die Unberatenen</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 11:31:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[benjamin]]></category>
		<category><![CDATA[roman]]></category>
		<category><![CDATA[theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geburtskammer des Romans ist das Individuum in seiner Einsamkeit, das sich über seine wichtigsten Anliegen nicht mehr exemplarisch aussprechen kann, selbst unberaten ist und keinen Rat mehr geben kann. Einen Roman schreiben heisst, in der Darstellung des menschlichen Daseins das Inkommensurable auf die Spitze treiben. Walter Benjamin, Krise des Romans]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>Die Geburtskammer des Romans ist das Individuum in seiner Einsamkeit, das sich über seine wichtigsten Anliegen nicht mehr exemplarisch aussprechen kann, selbst unberaten ist und keinen Rat mehr geben kann. Einen Roman schreiben heisst, in der Darstellung des menschlichen Daseins das Inkommensurable auf die Spitze treiben.</blockquote>

<p>Walter Benjamin, Krise des Romans</p>
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		<title>Schüssel voll Staub</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 14:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stf</dc:creator>
				<category><![CDATA[tv]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus der Serie drei Dinge: Woody Guthrie: Dust Bowl Ballads Carnivale About the Dustbowl Und dazu die Frage: Warum ist deutsches Fernsehen schon schlecht? Und werde ich immer konservativer, wenn ich jetzt sogar schon Artikel aus der Welt lese und das Klagelied um den großen deutschen Roman mitsumme?! Und gibt es da einen Zusammenhang? Gestern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der Serie drei Dinge:</p>

<ul>
<li>Woody Guthrie: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00004TY8S?ie=UTF8&#038;tag=vierundsechzig&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=B00004TY8S">Dust Bowl Ballads</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=vierundsechzig&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B00004TY8S" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /></li>
<li><a href="http://www.imdb.com/title/tt0319969/">Carnivale</a></li>
<li><a href="http://www.english.illinois.edu/maps/depression/dustbowl.htm">About the Dustbowl</a></li>
</ul>

<p>Und dazu die Frage: Warum ist deutsches Fernsehen schon schlecht? Und werde ich immer konservativer, wenn ich jetzt sogar schon Artikel aus der Welt lese und das Klagelied um den <a href="http://www.english.illinois.edu/maps/depression/dustbowl.htm">großen deutschen Roman</a> mitsumme?! Und gibt es da einen Zusammenhang? Gestern nacht, als ich die 4. Staffel von The Wire zuende schaute, dachte ich: die Deutschen sind vielleicht einfach zu blöd und dazu zu faul, um sowas zu schreiben und zu feige, um sowas zu drehen. Man kann auch das ganz alte Argument wieder rauskramen und davon erzählen, dass Hitler alle totgeschlagen oder aus dem Land vertrieben hat, die was auf dem Kasten hatten, was nicht nur für die unmittelbare Generation, sondern auch für die Ausbildung der folgenden Generationen Auswirkungen hatte&#8230; und natürlich sind auch alle Filmemacher weggegangen und übrig geblieben sind nur noch die Apparatschicks, deren Enkel jetzt beim Staatsfernsehen von ZDF und ARD die Propaganda machen&#8230;.</p>

<p>Aber so leicht ist das nicht, es muss noch irgendwas später gewesen sein, ansonsten hätte es nie die 70er gegeben und keinen Kinski und Fassbinder und beim ZDF hat sich auch mal irgendjemand Berlin Alexanderplatz getraut&#8230;. Heute reicht es nur noch dazu,  Mad Men auf ZDF-NEO zu verbuddeln (und scheußlich zu synchronisieren), und die Sopranos in umgekehrter Reihenfolge auf verschiedenen Sendeplätzen mal vor mal nach Mitternacht, und wenn sie mal für so ein zweifelhaftes Machwerk wie &#8220;Im Angesicht des Verbrechens&#8221; gelobt werden, dann ist das allen gleich so peinlich, dass sie gleich noch 10 weitere Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen in Auftrag geben.</p>

<p>Wenn&#8217;s so leicht nicht ist: Ist es das Geld? Das der Markt größer ist und in USA noch die Nischen größer sind als der gesamte deutsche Fernsehmarkt? Und dann kann man auch mal großes Geld in diesen Nischen verbrennen und sich darauf verlassen, dass die ausgehungerten Nerds irgendwo auf der Welt auch Geld ausgeben, um sich Serien in feinstem Baltimore-Ghetto-Slang anzuschauen&#8230; &#8212; aber das Geld allein ist es auch nicht, weil hier ja auch keiner mehr vernünftige Bücher schreibt und Bücher ist billiger und es wäre zumindest schon mal ein Anfang.</p>

<p>Ich weiß es nicht, zumindest weiß ich, dass ich für das deutsche Fernsehen und die deutsche Literatur der Gegenwart nicht viel mehr als Verachtung übrig habe&#8230;</p>

<p>Aber mit Carnivale hatte es selbst HBO überzogen, die sonst nicht zimperlich mit dem Geldausgeben sind (mit dem Geld einnehmen auch nicht&#8230;) &#8211; nachdem die erste Staffel pro Folge mehr als 2Mio$ gekostet hatte, sanken in der zweiten Staffel auch die Einschaltquoten, zu einer dritten Staffel kam es daher nie.</p>

<p>Das Geld ist wohl vor allem in die Ausstattung geflossen, es wurden für die erste Staffel bis zu 5000 Menschen in den Kleidern der Depressionszeit eingekleidet und durch Röhrensysteme und Ventilatoren das gesamte Set in eine Dust Bowl verwandelt. Mag eigentlich in Deutschland keiner recherchieren? Wichtige Vorlage war ein Original Sears-Katalog von 1934, nach dem die Requisiten entweder von Flohmärkten zusammengekauft oder nachgebaut wurden&#8230;</p>

<p>Auch wenn es nie eine dritte Staffel gegeben hat, die ersten beiden sind ihr Geld auf jeden Fall wert und irgendwie hat man auch das Gefühl, man tut ein gutes Werk, wenn man HBO sponsert, solche Serien zu drehen. Und man hat das Gefühl, man tut ein böses Werk, wenn am Ende des Monats wieder die GEZ-Gebühren abgebucht werden&#8230;.</p>
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