Er erzählte ihr von dem Taschenspieler Daffiani aber eigentlich hielt sie ihn für den Taschenspieler und Daffiani nur für eine Erfindung, jemanden, den er sich ausdachte, um eine Ausrede zu haben nachts nicht nach haus zu kommen. Einige Woche verheimlichte sie vor sich noch die Ahnung, dass er mit einer anderen Frau zusammen sein könnte.
„Bring ihn doch mal mit zum Essen. Ich möchte ihn kennenlernen.“ „Nein, so ist Daffiani nicht. Er ist nicht der Typ, der bei befreundeten Ehepaaren zu einem gemütlichen Abendessen und Plausch am Kamin geht. Ich weiß nicht, ob er außerhalb einer Kneipe oder eines Studios überhaupt lebensfähig ist. Vielleicht ist er dann wie ein Fisch auf dem Trockenen, er schnappt an unserem Tisch nach Luft und geht elendiglich ein und knallt dann mit dem Kopf in den Suppenteller, dass die Suppe nur so auf das Tischtuch platscht…“
Sie brachte das Thema Daffiani nie wieder auf. Sie hörte überhaupt auf, beim Abendbrot viel zu erzählen. Sie hörte ihm zu, wie er von der Arbeit im Studio erzählte und von den Theorien Daffianis und wie Daffiani von den Studios geschnitten wurde und wie schwer es ihm fiel, noch Arbeit zu finden.
„Bitte. Erzähl mir nie wieder irgendetwas von Daffiani. Ich will nichts mehr hören. Wenn Du mich verlassen willst, dann tu es einfach, aber erzähl mir keine Geschichte mehr von diesem Menschen.“
