Ich erinnere mich noch an mein Kommunions-Arbeitsbuch. Es war gelb. Es gab ein Spiel darin, wo man die Gegenstände des Abendmahls aus einem Pappkarton ausschneiden musste und in ein Blatt einkleben musste, auf dem ein lächelnder Jesus die Arme ausgebreitet hatte, um rings um ihn angeordnete Leerstellen zu umarmen. Ich erinnere mich, dass ich mit meinem Kleber eine Riesensauerei veranstaltetet und das Brot dahin klebte, wo der Kopf von Petrus hätte sein sollen und den Becher mit dem Wein in den Abfall warf und ich hatte die Klebe überall hingeschmiert, dass ich die Seite fast auseinander riss, als ich sie dem Pfarrer zeigte. Er schüttelte den Kopf und ging weiter zum nächsten Kind und im Grunde genommen war‘s das mit mir und dem Geheimnis des Glaubens und der katholischen Kirche. Aber ich trat erst zwanzig Jahre später aus der Kirche aus, bis in meine dreißiger verfolgte mich der lange Arm meines schlechten Gewissens und die Angst, in die Hölle zu kommen, wenn ich dem Papst nicht zumindest mein Geld gebe. Das Geheimnis des Katholizismus: Ich glaubte viel länger an die Hölle, als ich an Gott glaubte.
